Osteopathie

Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Therapie, die der Erkennung und Behandlung von Funktionsstörungen dient. Im Fokus stehen dabei die Ursachen von Beschwerden und nicht die symptomatische Behandlung. Überbelastung, Traumen, Entzündungen, Operationen etc. führen im Körper zu Bewegungsverlusten verschiedener Systeme (Muskeln, Faszien, Gelenke, Organe, Gefäße, Nervensystem). Der Organismus reagiert darauf lange mit Anpassung und Ausgleich. Wenn dieses Kompensation nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, entstehen Symptome wie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Störungen der Organfunktionen. Das Ziel einer osteopathischen Behandlung ist es diese Blockaden, die eine Krankheit begünstigen und aufrechterhalten, mit gezielten Handgriffen zu lösen, um eine gute Durchblutung der verschiedenen Gewebe des Körpers wiederherzustellen.

Zur Osteopathie gehören folgende Teilbereiche:

Parietale Osteopathie (Behandlung des Bewegungsapparates; im Mittelpunkt stehen dabei Muskeln, Faszien, Knochen und Gelenke)

Viszerale Osteopathie (Behandlung der inneren Organe und deren Mobilität zueinander)

Kraniosacrale Osteopathie (Behandlung des Schädels und Kreuzbeins und deren membranöser Verbindungen)

Ablauf einer osteopathischen Behandlung

Die osteopathische Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der Ihre aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen, Operationen, Medikamenteneinnahmen, Befunde aus vorangegangenen medizinischen Untersuchungen etc. erfragt werden. Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung und Behandlung ausschließlich mit den Händen.

In der Regel beträgt die Behandlungszeit eines Erwachsenen, abhängig vom Beschwerdebild, ca. 45-60 Minuten. Die Behandlungen erfolgen meist mit einem Abstand von 2 bis 6 Wochen. Dem Körper wird damit die Möglichkeit gegeben die gesetzten Impulse zu verarbeiten und sich neu auszurichten.

Anwendungsbereiche der Osteopathie

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates wie z.B.

  • unspezifische Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle
  • Sportverletzungen
  • Sehnenentzündungen, Muskelverletzungen und Fersensporn
  • Kopfschmerzen
  • Kiefergelenksproblematik, Bruxismus und therapeutische Begleitung der kieferorthopädischen Behandlung
  • Beschwerden nach Schleudertraumen
  • Gelenksbeschwerden
  • Schädeldeformitäten
  • Brustkorbbeschwerden
  • Skoliosen

Funktionelle Beschwerden der verschiedenen Organsysteme wie z.B.

  • Schwindel und Ohrgeräusche
  • Migräne
  • Sodbrennen und Reflux
  • Reizdarm und Verdauungsstörungen
  • Schluckbeschwerden
  • häufige Nebenhöhlenentzündungen
  • Asthma und rezidivierende Bronchitis
  • häufige Blasenentzündungen
  • Beckenbodenbeschwerden, Inkontinenz
  • Menstruationsbeschwerden und Endometriose
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Behandlung und Unterstützung nach Operationen (z.B. Gallenblase, Blinddarm, Kaiserschnitt u.W.)
  • Unterstützung während der Schwangerschaft und Wochenbett; Säuglingsbehandlung

Grenzen der Osteopathie

Osteopathie ist keine Notfallmedizin. Schwere, akute und lebensbedrohliche Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Tumore, Infektionen, Verletzungen und Wunden benötigen schulmedizinische Behandlungen! Ebenso gehören schwere psychische Erkrankungen primär nicht in die Hand eines Osteopathen.

Für die Inanspruchnahme einer osteopathischen Behandlung benötigen sie ein Privatrezept Ihres Arztes mit entsprechender Verordnung; dies gilt sowohl für privat als auch für gesetzlich Versicherte.

Je nach zeitlichem Aufwand liegen die Kosten für eine Behandlung zwischen 85 und 95 Euro. Die Osteopathie ist eine Selbstzahlerleistung, deren Kosten in vollständiger Höhe vom Patienten zu tragen sind. Viele gesetzliche Krankenkassen haben mittlerweile osteopathische Behandlungen als freiwillige Leistung aufgenommen und erstatten diese anteilig.